Bauernhaus, Mogersdorf (Burgenland)

Das südburgenländische Mogersdorf ist Architektur-Interessierten vor allem wegen Ottokar Uhls Gedächtniskapelle aus den 1960er-Jahren ein Begriff. Wie so oft lohnt es sich aber auch hier, beim Gang oder bei der Fahrt durch den Ort die Augen offen zu halten, um nach Beispielen traditioneller bäuerlicher Architektur Ausschau zu halten. Direkt an der Hauptstraße etwa stößt man auf dieses schön renovierte Bauernhaus, einen für die Region typischen Zwerchhof mit traufseitig zur Straße stehendem Wohnbau.

Die straßenseitige Fassade besticht durch eleganten Dekor im Jugendstil, der sich auf die Gebäudeecken sowie Parapete und Bekrönungen der Fenster konzentriert. Für sich betrachtet, würde man die Dekorationsformen wohl in die Jahre um oder bald nach 1900 datieren. Trotzdem neige ich dazu,  in diesem Fall eher eine Entstehung erst in der Zwischenkriegszeit anzunehmen. Denn in der bäuerlichen Architektur des Burgenlandes findet man häufig vergleichbare (datierte) Fassaden aus den 1920er- und 1930er-Jahren. Überspitzt formuliert, könnte man sagen: Der Jugendstil kam in den burgenländischen Dörfern erst so richtig an, als er in Wien schon längst wieder aus der Mode war. Schön anzusehen ist er aber so oder so…

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