Schloss Wintergrün, Ramingstein (Salzburg)

Eigentlich hatte ich vorgehabt, in den ersten neun Beiträgen des heurigen Jahres eine virtuelle Rundreise durch alle neun Bundesländer vorzunehmen. Sechs davon hatte ich auch schon geschafft, als ich dann doch nicht widerstehen konnte, ein paar aktuelle Schneefotos aus dem Burgenland dazwischenzuschieben… Nun will ich aber doch zum ursprünglichen Plan zurückkehren und die „Österreich-Rundfahrt“ zu Ende bringen. Weiter geht es daher im Salzburgischen, genauer gesagt in Ramingstein im Murtal, schon nahe an der Grenze zur Steiermark.

Ramingstein war seit dem Mittelalter ein bedeutender Bergbauort. Zusammen mit der über dem Ort aufragenden Burg Finstergrün bildete das im Dorf gelegene Schloss Wintergrün jahrhundertelang das Verwaltungszentrum der örtlichen Bergwerksbetriebe. Auch wenn das Schloss heute noch durchaus imposant wirkt, so ist es doch nur ein Fragment des ursprünglichen Bestandes. Genaugenommen ist das, was heute erhalten ist, nicht einmal das Schloss selbst, sondern nur das Verweserhaus, das früher den Nordtrakt der hufeisenförmigen Anlage bildete, samt der daran angebauten Kapelle. Der ehemals südlich anschließende Herrschaftstrakt hingegen wurde 1841 bei einem Brand schwer beschädigt und in weiterer Folge vollständig abgetragen.

Im Kern geht das Verweserhaus wohl noch auf die Spätgotik zurück, die Fassadengestaltung stammt jedoch erst aus der Barockzeit: Sie entstand im Rahmen einer Generalüberholung das Gebäudes im Jahr 1759. Über dem gequaderten Sockelgeschoß fasst eine Pilastergliederung die beiden Obergeschoße zusammen. In den Fensterrahmungen klingt bereits die Formensprache des Rokoko durch. Die dominierenden Grautöne verleihen dem Ganzen eine zurückgenommene Eleganz. Nur das zentral angebrachte Wappen sticht farbig hervor: Es ist jenes der Fürsten von Schwarzenberg, die Schloss und Herrschaft 1825 erwarben – und es auch heute noch besitzen. Mittlerweile dient Schloss Wintergrün allerdings als Sitz der Schwarzenberg’schen Forstverwaltung, denn der Bergbau in der Region ist längst Geschichte, die Bergwerke sind aufgelassen und dienen heute, wenn überhaupt, nur noch als Museum.

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